Dakerkriege

   1. Jh. v.Chr.
Die Daker im 1. Jh. v.Chr.:
Im 1. Jh. v.Chr. traten die Daker erstmals als äußere Bedrohung für die Römer auf. 29 v.Chr. eroberte Marcus Licinius Crassus im Auftrag Octavians – des späteren Kaisers Augustus – das Gebiet südlich der Donau. Wohl 6 n.Chr. wurde dort die römische Provinz Moesia eingerichtet. Die Donau wurde als nördliche Grenze etabliert und gesichert. Die Nachfolger des Augustus schützten Mösien durch Schutzgeldzahlungen an verschiedene dakische Könige vor feindlichen Angriffen von nördlich der Donau.
     85 n.Chr.
Domitians Kämpfe an der Donau:
Erst unter Kaiser Domitian war 85 n. Chr. wieder ein größerer militärischer Schlag notwendig, weil die dakischen Bündnispartner trotz der römischen Zahlungen gegen die Verträge verstießen und in Mösien einfielen. Sie hatten sich offenbar aus vielen kleinen Fürstentümern unter Decebalus als König vereint. Nach mehreren Niederlagen musste sich Domitian mit einem Waffenstillstand begnügen. Die Provinz Mösien wurde zur besseren Verwaltung zweigeteilt in Moesia Superior und Moesia Inferior.
101/102 n.Chr.
Der Erste Dakerkrieg:
Kaiser Trajan war es schließlich, dem der Sieg über Decebalus und die Eroberung des dakischen Kernlandes gelang. Nach seinem Machtantritt 98 n.Chr. bereitete er strategisch den Militäreinsatz an der Donau vor. Nach einem Sieg der Römer bei Tapae schlugen die Daker in Moesia Inferior zurück. Dieses Hin und Her des Ersten Dakerkrieges endete für Trajan unbefriedigend mit einem Kompromissfrieden, den er dennoch in Rom als großen Triumph feierte.
105/106 n.Chr.
Der Zweite Dakerkrieg:
Trotz des offiziellen Kriegesendes rüsteten beide Seiten weiter auf und Trajan erklärte Decebalus erneut den Krieg. Diesmal war der Dakerkönig war trotz verschiedener Strategien der römischen Offensive nicht gewachsen; er beging Selbstmord und das dakische Territorium im Karpatenbecken wurde von den Römern eingenommen. Trajan kehrte als Triumphator mit einer gewaltigen Kriegsbeute aus Gold, Silber und Kriegsgefangenen nach Rom zurück.
   106 n.Chr.
Gründung der Provinz Dakien:
Nach Abschluss des Zweiten Dakerkrieges 106 n.Chr. ging das ehemalige Dakerreich als Provinz Dacia in das Imperium Romanum über. Aus der reichen Kriegsbeute wurde der Bau des Trajansforums in der Hauptstadt Rom finanziert. Die Bilder auf der dortigen Trajanssäule erzählen bis heute von den beiden Dakerkiegen. In Adamklissi, das in der Provinz Moesia Inferior liegt, wurde das Tropaeum Traiani mit Darstellungen der Schlachten errichtet.