Rekonstruktion

Odobescu

     1888

A. I. Odobescu

Alexandru I. Odobescu entwarf 1888 als erster eine Rekonstruktion des Monuments von Adamklissi unter Verwendung aller Teile außer mit Ausnahme von Tropaeum, Waffenfries und Statuengruppe. Als Grundlage für seine Nachbildung nahm er ein Fundament aus Treppenreihen an und ging im Bereich des Sockels von verschiedenen an der Wand angebrachten Friesen aus (Waffen, Blätter, Vögel und Drachen bzw. Wolfsköpfe). Zudem führte er für die szenischen Darstellungen auf dem Sockel den Namen „Metopen“ ein, welche durch Pilaster voneinander getrennt waren.

Niemann/Tocilescu

           1898

G. Niemann und G. Tocilescu

Der Wiener Architekt Georg Niemann fertigte in enger Zusammenarbeit mit dem rumänischen Archäologen Grigore G. Tocilescu einen Rekon-struktionsentwurf des Monuments an. Mittels genauer Beobachtung und intensiver Analyse des vorhandenen Materials gelang es ihnen, der heute gängigen Rekonstruktion schon sehr nahe zu kommen. Anders als Odobescu rekonstruierten sie Zinnen, ein Schuppendach und einen Abschluss mit Tropaeum über dem zylindrischen Baukörper. So verteilten sich auch die Friese ausgewogener über den gesamten Bau.

Jänecke

   1919

W. Jänecke

Die Rekonstruktion des deutschen Architekten Wilhelm Jänecke unterscheidet sich fundamental von allen anderen Rekonstruktionsmodellen. Da im Inneren des runden Baukerns eine rechteckige Struktur gefunden wurde, ging er von zwei unter-schiedlichen Bauphasen aus: einem früheren, turm-artigen Monument, das später erst mit einem runden Bau umkleidet wurde. Jänecke konzentrierte sich dabei überwiegend auf die Darstellung des Kern-baus, den er in zwei verschiedenen Varianten rekon-struierte: einmal mit niedrigerem und einmal mit höherem Sechsecksockel.

Furtwängler

 1903-heute

A. Furtwängler

Der deutsche Archäologe Adolf Furtwängler ent-wickelte 1903 Niemanns und Tocilescus Entwurf des Monuments weiter. Hauptunterschied war der nun höhere Sechseckpfeiler, an dem sich die Inschrift befand. Auch wenn die Reihenfolge der Metopen weiterhin diskutiert wurde, war Furtwänglers Re-konstruktion die dauerhafteste. Sie wurde in den 1960er Jahren von Florea B. Florescu weiter ver-feinert. Auf dieser Grundlage wurde das Tropaeum Traiani 1975 bis 1977 in Adamklissi baulich rekon-struiert.